Pflegekinder brauchen Stabilität, doch Bürokratie, Zuständigkeitswechsel und Kommunikationsfehler reißen sie aus ihrem vertrauten Umfeld. Ein Systemversagen mit leisen Opfern.
Kinder ohne sicheren Hafen
Wenn Pflegekinder zum Aktenzeichen werden, verlieren sie oft mehr als nur ihr Zuhause. Der Wechsel in eine Pflegefamilie soll ein Neubeginn sein – stattdessen wird er für viele zum Verschiebebahnhof zwischen Behörden. Neue Stadt, neues Amt, neue Sachbearbeiterin – und jedes Mal muss das Kind wieder seine Geschichte erzählen. Immer wieder.
„Ich hatte sieben Sozialarbeiter“
Ein Erfahrungsbeispiel: Lisa*, 14. Seit dem dritten Lebensjahr in Pflegefamilien. „Ich hatte sieben verschiedene Sozialarbeiter. Ich erinnere mich kaum an alle Namen“, sagt sie. Wenn Vertrauen nicht wachsen kann, entsteht Haltlosigkeit.
(*Name geändert)
Verantwortung ohne Verbindung
Jugendämter arbeiten oft isoliert, Zuständigkeiten wechseln, Fallzahlen steigen. Das Ergebnis: fehlende Kontinuität, gebrochene Versprechen und Kinder, die den Glauben an Erwachsene verlieren.
Zeit für echte Verantwortung
Pflegekinder brauchen keine perfekte Bürokratie – sie brauchen Menschen, die bleiben. Ein einfaches Konzept: stabile Bezugspersonen, flächendeckende Supervisoren, weniger Machtspielräume, mehr Herz.